Eine Freundin und ich schlendern die Strasse hinunter.

ich: Ey, ich hab gestern nen Artikel gelesen von so nem Vater…

sie: *fängt an zu lachen*

ich: Jo genau …

 

 

 

Nein, also.. nein mal ehrlich, ich finde es GANZ toll, dass jetzt die Väter™ endlich an die Öffentlichkeit gehen und der Welt erklären wie man Mann richtig vorliest.

Da tun sich ganz neue Erkenntnisse auf:

Es stellt sich generell die Frage, inwiefern ein kritischer Umgang mit historischen Kinderbüchern wichtig ist. Gerade erst lief eine Debatte über den weiteren Gebrauch von problematischen Begriffen.

und Lösungsvorschläge:

Wenn einen das Gefühl beschleicht, eine Geschichte sei irgendwie nicht gut, sollte man sie einfach nicht vorlesen.

alternativ geht aber auch das:

Was tun, wenn Kinderbücher zu brutal oder zu altbacken sind? Da hilft nur eins: improvisieren. Kann aber heikel werden.

dann aber nicht vergessen mehr Männer einzubauen, die haben nämlich echt viel zu wenig Raum in der Welt:

Zum Beispiel finde ich es bescheuert, dass in all den Conni- und Jule- und Leo-Lausemaus-Büchern so wenige Väter auftauchen.

Armut, Gewalt, Leid usw. existieren jedoch, genauso wie schubsende Mädchen, nicht:

… ich möchte ihr das Übel der Welt noch etwas ersparen. Sie hat schon eine Ahnung, dass da draußen nicht alle nett und fröhlich sind, aber die Bewohner ihrer überschaubaren Welt sind bis auf schubsende Kindergartenjungs allesamt freundlich:

mhmm gut, vielleicht ein bißchen?

Es wäre schön, auch in vorgelesenen Alltagsgeschichten von Fehlschlägen und dem Umgang damit zu berichten

na ja, Rassismus ist jedenfalls KEINE Gewalt, ich wiederhole, KEINE GEWALT und kann problemlos an die nächste Generation weitergegeben werden:

Aber bei Otfried Preußlers »kleiner Hexe« lese ich trotz der kürzlichen Rassismus-Debatte weiter die Originalversion mit »E.frauen« und »N.lein« – der Verlag hat das Wort »N.lein« durch »Messerwerfer« ersetzt, das finde ich viel bedenklicher. (Anm.: rassistische Begriffe sind im Originaltext ausgeschrieben)

Wichtig ist auch: das System kann selbstverständlich nicht nur auf Bücher sondern auch auf den Rest des Lebens angewandt werden:

Wenn in der SZ Kriegsfotos aus Syrien sind, nehme ich die Zeitung vom Frühstückstisch, wenn ein Obdachloser auf einer Parkbank unter Plastikplanen liegt, erzähle ich, der spielt Verstecken.

Klasse!

Danke liebe Väter! <3

 

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