Wenn frau mensch aus einer Beziehung rauskommt, die sie vielleicht noch selbst beendet hat, dann ensteht ganz viel Energie: Neuanfang, nicht noch mal die gleichen Fehler, jetzt wird alles anders… tchakkah! Es ist ja diesmal (oder immer?) auch nicht nur das Beenden einer Beziehung sondern ein Versuch aus alten Gewohnheiten, Verhaltensmustern und Normen auszubrechen ..und prompt merke ich wie ich in genau diese wieder reinfalle, auf sie reinfalle und zurückgreife… und das im Moment gerade dreimal, parallel zueinander. Drei hetero Beziehungen. und alle drei lassen mich zu allererst wieder an mir selbst zweifeln:

Dem Ex Freund geht es nicht gut, ich habe Mitleid und lasse die Grenzen verwischen, die ich glaubte mir gesetzt zu haben. Kleinigkeiten, keine großen Grenzüberschreitungen, aber spürbar. Warum z.B. Mitleid? Er hatte doch seine Chancen… ich zieh wieder Samthandschuhe an, von denen ich dachte ich hätte sie abgelegt aus Sorge die Wahrheit würde die erhoffte Freundschaft kaputt machen. Reden mit Engelszungen und harte Aussagen schnell wieder relativieren. Den armen Jungen sanft in die harte Realität entlassen. fast schon Mutterrolle.

Gleichzeitig hoffnungslos verknallt sein in jemanden und nicht aufhören können, seine Aufmerksamkeit zu suchen. Sich verunsichern lassen wenn keine Antwort kommt und irgendwie versuchen nicht zu desperate zu wirken. Er kann meine Gefühle ihm gegenüber lesen wie ein offenes Buch. Für mich ist er oft eins mit sieben Siegeln. „Semi-sexuelle Beziehung“ sagte er. Anziehung scheint beidseitig, Energie kostet es nur mich. absolute male gaze.

Und dann ist da noch die alte Bekanntschaft die ich wieder aufleben lies, die ganz viel Vergangenheit aufarbeiten lässt und in nem anderen Licht erscheint, die zwar schön ist, sich allerdings innerhalb von nur ein paar Wochen schon in genau die Richtung entwickelt, in die ich nicht will. Wir waren uns einig: nichts festes. Trotzdem fragt er oft und gerne nach der Konkurrenz und ich ertappe mich, wie ich ihm versichere, dass die keine Rolle spielt. Noch hat er einen Exklusivvertrag, sage ich. Immerhin stelle ich ein „noch“ davor. Heute hatte ich das Gefühl ich vermisse ihn, aber ich bin misstrauisch… wie viel davon hat wirklich mit ihm zu tun und wie viel mit meiner alten Freundin Verlustangst, die gerne mein Selbstwertgefühl an die Aufmerksamkeit eines Mannes knüpft?

Ich frage mich also: Sind das jetzt „echte“ Gefühle oder Verhaltensmuster, die sich in den letzten Jahren so eingeprägt haben, dass ich ganz automatisch ohne wirklich darüber nachzudenken auf sie zurückgreife?

Ich merke nämlich auch wie ich im öffentlichen Raum immer noch viel mehr und viel offensiver auf, für mich attraktive, Männer* reagiere als auf Frauen*. Männer haben immer noch viel schneller, nicht nur meine Aufmerksamkeit, ich versuche auch viel intensiver ihre zu bekommen und/ oder zu behalten und: Ich will das nicht, aber ich kenne es nicht anders. Ausbrechen ist eben doch nicht so leicht.

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