Manchmal… manchmal bin ich nicht gerne Mutter. Ja. wirklich. Auch wenn ich jetzt den Drang verspüre das zu relativieren mit einem „aber das heißt nicht, dass ich mein kind nicht liebe“. Manchmal. bin. ich. nicht. gerne. Mutter. Punkt.

Warum?  Weil – mal abgesehen von der Verantwortung, den Sorgen und der körperlichen Anstrengung die es mit sich bringt – frau* ständig Gefahr läuft sich aufs Muttersein zu reduzieren. Und ja, ich meine tatsächlich sich selbst reduzieren und nicht von anderen reduziert zu werden. Letzteres ist ja nun wirklich nichts neues. Selbst Frauen* die keine Mütter sind werden gerne und oft auf ihre Fähigkeit Kinder zu gebären reduziert. Ersteres erschien mir schwieriger allerdings merke ich während ich schreibe, dass ich so ein bißchen in diese „Was war zuerst da? das huhn oder das ei?“ – Sache gerate. Aber dazu komme ich gleich.

Eigentlich wollte ich ja darüber schreiben, dass ich mein Muttersein gerne anderen aufdränge in Situationen, die auch, oder noch besser, funktionieren würden ohne Erwähnung meiner Mutterschaft und das ich das Gefühl habe dadurch auf eine Art übergriffig zu werden. Besonders wenn ich die Menschen nicht kenne und nicht weiß, wie ihre Situation ist (was ist z.B. wenn sie unbedingt kinder wollen, aber keine bekommen können?). Nur wenn ich ehrlich bin geht es nicht so sehr um die anderen.

Ich dränge mir das Muttersein selbst auf und nehme dem Rest meines Seins damit Raum zum Atmen. Das ist gar nicht so leicht in Worte zu fassen, wenn frau* gleichzeitig auch total stolz ist Mutter zu sein.  Also, natürlich bin ich Mutter und ich werde nie mehr nicht Mutter sein. Es ist seit über 8 Jahren (wenn man die Schwangerschaft mitzählt) ein wichtiger Teil von mir, hat mich geprägt und verändert, aber: Warum stelle ich meine Mutterschaft (immer noch) an oberste Stelle und würde es mich zu einem schlechteren Menschen machen, das nicht zu tun? Außerdem (und hier sind wir beim Huhn und dem Ei) wie kann ich von der „Gesellschaft“ erwarten, dass sie mich nicht aufs Muttersein reduziert, wenn ich es doch selber tue? Oder tue ich es weil der gesellschaftliche Druck so groß ist? Tatsächlich ist es doch so, dass ich, wenn ich auf bestimmte Dinge aufmerksam machen will, in meinem öffentlichen Leben, gar nicht anders kann als mein kind zu erwähnen. Ich muss es mitdenken, weil andere es nicht tun. Also denke ich es immer mit. Auch in Situationen in denen mein kind eigentlich gut betreut, ver- und umsorgt wird und ich mich ganz auf mich und meine Umwelt konzentrieren könnte (gar nicht zu sprechen davon, dass es immer älter und noch viel selbstständiger wird).  Geht es also doch um die anderen? Puh. Ich habe im Moment keine Lösung dafür. Ich weiß, aber, dass ich dann am liebsten Mutter bin, wenn ich gleichzeitig auch alles andere sein kann und nicht vergesse(n muss) was dieses „alles“ ist und dafür bin ich dann ja wohl doch am ehesten noch selbst verantwortlich. Also dekonstruiere ich mich und setze mich neu zusammen, immer mal wieder. me, myself and child eben.

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