Vor ein paar Tagen war es wieder soweit (nicht, dass mir das jetzt ständig passiert aber na, ja ..das erste mal war es auch nicht): Kind und ich steigen in die Bahn ein, attraktiver dude (ja mal wieder ein dude, festgefahrene Gewohnheiten olé) ebenfalls. Kind setzt sich (natürlich) in die unmittelbare Nähe von dude & besteht darauf, dass ich mich ebenfalls hinsetzte, ich krieg schon wieder nen heißen Kopp, Dude guckt interessiert (glaub ich), ich lächle (glaub ich), Kind quatscht mir ein Ohr ab, ich schiele immer mal wieder zum dude, er zum Kind, dann in seine Zettelwirtschaft, die er aus der Tasche kramt, wir steigen aus. Vorbei. Komisch.

Flirten mit Kind? Ziemliche Herausforderung (dabei kann ich das ja so schon nicht!!!einself) und irgendwie auch Tabu… oder tabuisiert? also ..darf mensch das? find ich das gut? kann ich das dem Kind erklären? Wie findet sie das? Was vermittelt ihr das? ist es vielleicht sogar (und jetzt hole ich ganz weit aus) pädagogisch wertvoll (*räusper*) weil es den Unterschied zwischen Belästigung und einvernehmlichem Flirten klar macht? und vielleicht auch ein Gegenakt zu dem heteronormativem Gedöns, was sonst überall so präsent ist? Kann ich das überhaupt oder falle ich da genauso in die typischen Rollenklischees? Während ich schreibe merke ich wie ich mit mir selbst kämpfe: sexuell aktive Frau sein vs. klassische Mutterrolle. Eigentlich ist ja zwischenmenschliche/ non verbale Kommunikation das normalste der Welt oder steckt im Flirt schon zu viel Sex?  Der Begriff slut shaming blinkt in meinem Kopf rot auf … Interpretiere ich da gerade zu viel ins Flirten an sich? Ist ja nun wirklich nicht so als würde ein Flirt immer auf irgendwas hinauslaufen. Manchmal ist ein Flirt ja eben nur das.

Unfff. Ich weiß nicht.

Letzten Endes läuft es wohl einfach wieder auf die Frage hinaus (und darum beschäftigt mich das ganze vermutlich auch so) wen ich wie schnell und wie weit in mein Leben und vor allem in das des Kindes lasse(n will) und inwiefern ich das tue wenn ich im Beisein des Kindes flirte… oder geht es dabei auch darum wie ehrlich ich dem Kind gegenüber sein will? Welche Emotionen ich Preis geben will und welche nicht . Was davon belastet sie, bzw. schadet ihr, eventuell mehr als es ihr nützt? Schließlich ist sie nicht eine meiner Freund_innen sondern mein Kind und nicht sie soll für mich da sein sondern ich für sie.

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