Ich weiß, ich weiß, ich bin einen Tag zu früh dran, stört mich aber nicht. Ich bin auch nur kurz hier um zu sagen: Ich finde Vatertag scheiße.

Bei uns zuhause wurde das nie wirklich gefeiert. Mein Vater besteht darauf, dass es Himmelfahrt ist, obwohl er mit Religion(en) und Kirche eigentlich nichts am Hut hat. Er ist und war auch nie jemand, der mit anderen loszieht. Überhaupt sind meine Eltern, keine die auf Geschenke bestehen. Wenn sie sagen sie wünschen sich nichts, meinen sie das auch so. Ich finde das gut. Seit mein Kind etwas älter ist, ist sind diese ganzen Tage aber Thema, werden ja auch überall propagiert (wenn ich es mal so nennen darf), also auch der Vatertag. Sie spricht in letzter Zeit öfter davon und überhaupt von ihrem Vater. Hat ihn neulich angerufen, war jetzt nach über 3 Monaten auch mal wieder bei ihm und total happy.… Im Gegensatz zu mir. Neulich erzählte sie mir von ihrer Freundin, dass die ihren Vater nicht leiden kann. Aus Gründen, die meine eigentlich auch hätte, aber das kann ich ihr nicht sagen. Sie muss das selbst rausfinden oder eben nicht. Wenn sie irgendwann mal wissen will was passiert ist, werde ich es ihr erzählen, aber soweit ist es noch nicht. Ist auch ok so. Sie muss das noch nicht wissen und wenn ich ehrlich bin, will ich auch nicht diejenige sein, die ihr ihren Vater schlecht redet. Das soll er selbst machen. Allerdings verteidige oder entschuldige ich ihn auch nicht mehr bei ihr…. Die Scherben aufsammeln allerdings, das muss ich. Beispiel? Heute war sie wieder mit ihm verabredet, vor einer Stunde hat er abgesagt. Immerhin sagt er inzwischen ab und wenigstens hat er diesmal einen Grund genannt, den ich vielleicht sogar noch glaube. Trotzdem muss ich, nicht er, nachher das Kind abholen und ihr sagen, dass ihr Vater nicht kommt und ich, nicht er, werde die Tränen sehen (Tränen die mir selbst gerade in die Augen steigen) und ich, nicht er, stehe vor der Entscheidung ob ich ihr ein Ausgleichsprogramm biete und damit seine Fehler ausbade. Also ja, Vatertag hat für mich einen bitteren Geschmack.

Aber selbst wenn es nicht so wäre, sehe ich, egal wo ich hinschaue, keinen Grund die Väter zu feiern. Auch die neuen Väter nicht. Es gibt keine Kekse (oder Bier, im Gedanken, an die Saufgelage die zur Feier des Tages stattfinden) für Arbeit (und ja, mit Kindern leben ist auch Arbeit), die eigentlich selbstverständlich sein sollte und in den meisten Fällen trotzdem nicht erledigt wird. Bekommen wir Mütter doch auch nicht. Im Gegenteil, wir werden zu schlechten Menschen, wenn wir es wagen die Arbeit zu verweigern oder auszulagern… meh, mir reicht’s…  mir fallen zwar noch jede Menge andere Gründe ein, warum Vatertag scheiße ist (kommerzielles/ kapitalistisches Trara, heteronormativer Mist etc.) aber zu viel Raum wollen wir den Männern hier ja nun auch wieder nicht geben. In diesem Sinne: Schönen 9. Mai 2013!

Share: