Ostsee

Angesichts des Textes der jetzt folgt, mag es merkwürdig erscheinen aber Ich weiß nicht ob ich ein ängstlicher Mensch bin (eher nicht) aber ich war ein ängstliches Kind.. Risiken bin ich selten eingegangen. Auf Bäume klettern? Lieber nicht. Hängebrücken.. na gut wenn’s sein muss. Vom Dreier springen? Einmal und nie wieder. Gewitter? Schnell ne Höhle bauen…

Als die Pubertät kam, kamen Panikattacken: Angst vorm Tod, Angst was nach dem Tod kommt… da hat Höhle bauen nichts geholfen und auch nichts anderes. Manchmal beneide ich religiöse/ gläubige Menschen dafür dass sie was gefunden haben, dass ihnen auch über den Tod hinaus Halt gibt. Ich habe es versucht, aber es fühlte sich immer irgendwie falsch an für mich. Das bin nicht ich.

Bis heute gibt es immer wieder Phasen in denen die Ängste besonders hoch kochen. Im Moment ist so eine Phase. Ich war zwei Wochen krank. Schwindel war involviert und damit das Gefühl keine Kontrolle über den eigenen Körper zu haben. Mein persönlicher Albtraum. Die physischen Schmerzen drücken auf die Psyche & ich bin merklich geschwächt. Das freut die Angst. Sie nutzt die Chance sich breit zu machen. Aber nicht nur in solchen Momenten kommt sie. Manchmal Oft dann wenn gerade alles gut läuft. Wenn ich denke ich bin glücklich, flüstert sie: denk das nicht, das nächste Übel kommt bestimmt! Sprich nicht drüber, dann passiert erst recht was.

Als Mutter habe ich gelernt kleinere Ängste zu bekämpfen. Für’s Kind? .. wohl eher durch’s Kind. Denn das ist tapfer und mutig. Mit 2 auf riesige Rutschen klettern, mit 6 vom Fünfer springen, laut werden wenn ihr was nicht passt… einfach losstapfen und tun. Und ich bin auch lauter geworden & mutiger. Aber die große Angst bleibt…

Das Bewusstsein über die eigene Sterblichkeit und aller die ich liebe ist groß, mit 12 starben kurz hintereinander 2 Großeltern, ich hatte einen Fahrradunfall, mit Anfang 20 tötete ein vermeintlich einfacher Infekt eine gute Freundin… und ich sehe wie meine Eltern älter werden und langsam wird mir bewusst, dass ich nicht mehr Kind bin. Plötzlich breitet sich die Angst nach vorne (Eltern) und nach hinten (Kind) aus. und ich bin mitten drin, kämpfe abends im Bett (so wie jetzt) dagegen an und versuche mich nicht lähmen zu lassen… lasse mich nicht lähmen. die Angst war lange nicht mehr so stark aber wenn ich jetzt morgens aufwache, kann ich aufstehen und weiter leben… Es gab eine Zeit, da konnte ich das nicht. Sie war nicht lang aber sie war da. Da hatte die Angst was cleveres gemacht. Sie ist zur Verlustangst geworden. Angst alleine zu sein! Ich! Die eigentlich so gern alleine ist. Die am meisten schafft wenn sie alleine ist. Ich klammerte mich an einen anderen Menschen.

Manchmal ist das Gefühl noch da, wenn der Körper sich bleischwer anfühlt und es im Bauch kribbelt während irgendwas unsichtbares auf den Brustkorb drückt, sich unendliche Müdigkeit breit macht. Ich denke dann daran was ich bis jetzt geschafft habe und rolle mich aus dem Bett…. nur nicht wieder hinlegen.

mit den Worten von Bassey Ikpi: Fuck fear, Love anyway! … und mach ma Musik an…

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