für T und L

Menschen (jeden Alters), die sich (aus verschiedensten Gründen) gegen das bestehende institutionelle und_oder gesellschaftliche System wehren, gehören oft zu denen, so scheint es mir, die mit Sanktionen für ihr Aufbegehren, ihre Rebellion (und mag sie noch so klein sein) rechnen müssen. Physische, psychische, bzw. verbale Gewalt als Strafe dafür dass sie widersprechen, sich der Norm nicht beugen wollen und_oder gar nicht zur Norm* gehören.

Erwachsene Menschen wissen meist(!) was das bedeutet, können zumindest abschätzen welche Konsequenzen ihr Handeln hat. Haben ggf ein Netzwerk an anderen Menschen, die sich gegenseitig unterstützen oder wissen sich selbst zu helfen.

In der Welt der Kinder funktioniert das zwar ähnlich, wird aber von der erwachsenen Welt anders wahr- und oft nicht ernst genommen. (Was erstaunlich ist wenn eins bedenkt, dass wir selbst alle mal Kinder waren.)
Kinder testen Grenzen. Viele davon zum ersten Mal andere immer wieder. Manche Kinder geben sich schnell zufrieden, einige nicht.

Nein.

Warum?

Ein Kind wehrt sich. Laut.stark.

Sie ist ja eine gute Schülerin, aber sie muss sich mal ein bißchen zusammenreißen.“ 

Ein Kind wehrt sich. Duck und weg.

„Wir können die Aufsichtspflicht nicht mehr erfüllen.“

Einigen mag es seltsam vorkommen das Rebellion zu nennen.  Oft wird vermittelt, dass es an den Kindern selbst und_oder der Erziehung liegt, selten wird/ werden die (Institution) Schule/ Lehrer_innen in Frage gestellt. Selbst oder besonders wenn diese sich als kooperativ/ unterstützend versteht & es vielleicht auch ist. Aber: Das Schulssystem ist nicht für alle gemacht.

Gemacht ist es z.B. für: Rassismus, Sexismus, Rollenbilder, gut erzogene, brave, leise Bürger_innen.

Nicht für Rebellenkinder.

Aber dieser Text, der ist für euch. Bitte. Gebt nicht auf. <3

 

Nachtrag 27.9.2013: ich habe in den letzten paar Stunden von einigen lieben Menschen Nachrichten bekommen, die mir und dem Kind viel Kraft wünschen o.ä. So schön ich diesen Support finde möchte ich jedoch an dieser Stelle noch einmal explizit betonen, dass es NICHT um mich geht. Erwachsene und Eltern (also auch ich) sind zu oft noch Teil des Problems und zu selten Teil der Lösung. Die oben beschriebenen Erfahrungen sind Beispiele von mehreren Kindern, nicht nur einem, die mit dem bestehenden System kämpfen müssen. Es geht um ALLE Kinder, die ähnliche Erfahrungen, wie die oben beschriebenen, machen oder gemacht haben und darum dass diese Kinder mehr Unterstützung erhalten, weil ich glaube das sie viel eher Teil der Lösung sind als wir.

*die da wäre: weiß, hetero, cis-männlich, able bodied, erwachsen aber nicht zu alt, mindst Mittelschicht

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