In letzter Zeit denke ich oft und immer wieder, an verschiedenen Orten in verschiedenen Situationen, an die Vergangenheit der letzten 15 Jahre (ca.).. entweder hat sie mich eingeholt oder ich sie ausgegraben, auf jeden Fall ist sie da. Ich schwelge und analysiere, trauere, bin noch mal wütend oder verzeihe, frage mich ob ich was wann und wie anders gemacht hätte,  merke, dass sich alte Fehler wieder einschleichen, andere dafür verschwunden sind. Manche Flashbacks tun weh andere zeigen mir wie sehr ich mich verändert habe und wie gut das ist. Ich denke nach, über „die Vergangenheit hinter sich lassen“. Die Vergangenheit  hat mich doch hierher gebracht, wenn ich sie vergesse, vergesse ich dann nicht einen Teil von mir? Alte Erinnerung durch neues Licht sehen. Nur verlieren sollte eins sich nicht in ihnen. Aber auch das passiert manchmal. Dann denke ich über das jetzt nach. Die Menschen die ich um mich habe. Und eigentlich, eigentlich bin ich doch glücklich, mit Ecken und Kanten (guckt mal wie ich das fast ohne Angst sagen kann). Ich mag mich. nicht immer. aber immer mehr. Ich mag meine Beine. Ich mag meine Augen und die kleinen Falten drumherum wenn ich lächle. Ich mag meine Haare: kurz & lang & auch die weißen dazwischen. Ich mag meine Tattoos & freu mich auf mehr. Noch ist genug Platz. Ich mag auch mein Genörgel. Ich mag meine Kraft. und meine Schwächen. die Neugierde und meine Lippen. Ich mag mein Alter und das älter werden. Das ich nicht aufgebe. Ich mag das Kind und meine Freund_innen und die Eltern. Ich mag die Möglichkeiten, die sich mir eröffnen und die ich ergreife. meinen wachsenden Mut. Ich und die Angst wir wissen nicht was morgen ist, vielleicht gehen wir deshalb manchmal zurück. vielleicht nehmen wir aber auch nur Anlauf. für den Rest des Weges. Denn angekommen bin ich ja noch lange nicht.

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