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H&M verkauft Kindheitserinnerungen. Ich, fast 29 Jahre alt, sitze hier in einem Pullover, an dem ich neulich nicht vorbeigehen konnte. Im Hintergrund läuft das Album. Seit Jahren nicht gehört. Und im Kopf rattert es. Mal wieder. Ich wiederhole mich aber: Wie kommt eine 12 jähriges weißes Mädchen aus der unteren Mittelschicht dazu Nas it was written zu hören? Ich glaube ich habe die CD 1997 zum Geburtstag bekommen, zusammen mit WuTangs 36 Chambers. Nur damit hat es nicht angefangen. Und ich war ja nicht allein. Meine Freund_innen und ich haben Kiss und JamFM gehört. Klar Popkultur. und Exotisierung? Kulturelle Aneignung? Wie viel von dem was in den Texten gesagt wird haben wir damals wirklich verstanden? Wie viel verstehen wir jetzt? Zugegeben Rap lief so mit, für mich war R&B und Soul wichtiger aber dennoch: Kann es wirklich sein, dass ich mich mit der Musik so sehr identifiziere? Einbildung? Wunschdenken? nochmal: Exotisierung? kulturelle Aneignung? Kann ich Texte und Beats getrennt von einander hören? Mein Musikgeschmack hat sich seit dem nicht groß verändert. Die Musik hat mich durch die Pubertät gebracht und zur Geschichte und die Geschichte letztendlich dazu den eigenen Rassismus zu hinterfragen. und den Sexismus. Kann ich als Feministin Rap hören? Ja, aber…
Ob es bei den anderen ähnlichen ablief? Sind die Leute von früher dabei geblieben? War es nur ein Trend? Wird es jetzt wieder einer? Die Mode sagt die 90er sind zurück.
Deshalb diese Pullover? Wer kauft die noch? Was denken sich die Leute dabei? Denken sie sich überhaupt was dabei? Was sagt es über mich wenn ich mir nicht vorstellen kann wenn jemand der 1997 geboren wurde inzwischen 16 ist? Kaufen „die“ so nen Pulli? Lieben „die“ die Musik auch so wie ich? Spielt das ne Rolle?
Arrrrrrggghhh.

Hallo Konsumgesellschaft. Hallo white privilege. Wir sprechen uns noch.

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