#ohneVaeter ist eine Interviewreihe, mit  Eltern_Müttern* jeden Alters, die ihre Kinder (zum größten Teil) ohne Cis-Väter betreuen. Ausführliche Info zu meiner Motivation und wie ihr teilnehmen könnt findet ihr hier und hier.


Stell dich bitte kurz vor:
Ich heiße Tanja und bin Mutter von 3 Kindern.

Wie lange bist du schon Mutter*?
Mein 1. Kind wurde 1996 geboren.

Was ist für dich Familie? Was ist für dich Elternschaft?
Familie ist das Schönste und Wichtigste im Leben. Es bedeutet viel Liebe, viel Arbeit aber auch viel Geborgenheit. Elternschaft bedeutet für mich, dass ich mich hauptsächlich auf mich und meine Kids verlassen kann.

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Wieviel Vater ist in eurem Leben?
Meine beiden Großen hatten nach der Scheidung gar keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater, da dieser alles abgeblockt hat. Heute haben wir jedoch ein freundschaftliches Verhältnis.

Meine Kleine (5 Jahre) ist einem dauernden Streit ausgesetzt, da seit der Trennung (2013) der Vater nur damit beschäftigt ist mich zu verklagen, anzuzeigen und zu diskreditieren.

(Wie) unterstützen sie euch?
Unterstützung durch die beiden Väter gibt es gar nicht.

Wer unterstützt euch?
Unterstützung gibt es kaum, jedoch hatten wir eine supertolle Kinderpsychologin und ich habe einen fantastischen besten Freund, der seine Rolle als „sozialer Vater“ für alle 3 Kinder recht gut stemmt.

Wie sieht eure finanzielle Situation aus?
Finanziell könnte es natürlich besser sein, doch momentan haben wir alles was wir brauchen. Dazu muss ich aber ehrlicherweise auch sagen, dass ohne finanzielle Hilfen seitens Großmutter und bestem Freund es ziemlich schlecht aussehen würde.

Beschreibe doch einmal euren Alltag, einen ganz gewöhnlichen Wochentag z.B., (ohne Vater) bitte:
Mein Sohn (17) verlässt morgens mit meinem Mitbewohner (bester Freund) das Haus und geht zur Schule. Er ist sehr selbstständig und verantwortungsbewusst.

Meine Kleine wird morgens von mir in die Kita gebracht und mittags von mir abgeholt. In diesen 4-5 Stunden kümmere ich mich um den Haushalt und schaue, dass ich ein wenig Entspannung und Ruhe für mich finde. Sobald meine Kleine dann bei mir ist, sehe ich zu, dass wir was schönes zusammen unternehmen (basteln, malen, schwimmen, Freunde treffen, spazieren gehen…)

Abends essen wir dann zusammen und mal lese ich, mein Sohn oder mein Mitbewohner der Kleinen noch eine schöne Geschichte vor.

Was ist schwer? / Was ist leicht?
Unser Leben könnte schön und unproblematisch sein, jedoch schafft es der Vater meiner Kleinen immer wieder alles zu zerstören! Da er ja ein ach so toller Patentanwalt ist, das Jugendamt dermaßen einen an der Waffel hat, wir uns nur vor Gericht befinden, ist mein Leben leider von viel Stress, Ärger, Angst, Verzweiflung… geprägt.

Was/Wer* empowert dich?
Um immer wieder zu Kräften zu kommen, nähe ich sehr viel und gerne, gehe viel spazieren und weine mich das ein oder andere Mal bei meiner Nachbarin aus.

Denkst du politisch & gesellschaftlich wird genug für Mütter* getan?
Ich denke, dass mehr für die Väter getan wird.

Was fehlt?
Empathie und Rückgrat fehlen.

Was wünscht du dir von deiner Umwelt?
Weniger Egoismus.

Was wäre für dich persönlich das beste Familienkonzept?
Für mich persönlich wäre es am besten, wenn der Vater von meiner Kleinen (ich habe das alleinige Sorgerecht und momentan gibt es einen betreuten Umgang bis zur Fertigstellung des 2. Gutachten) komplett von der Bildfläche verschwinden würde.


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Beitragsbild © Tanja

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